Lactalis, ein entschiedener Gegner des Nutri-Score-Systems, hat erreicht, dass der französische Staatsrat seinen Fall dem Gerichtshof der Europäischen Union vorlegt. Der Molkereikonzern hat dieses freiwillige Kennzeichnungssystem, das Produkte nach ihrer Nährwertqualität in die Kategorien A bis E einteilt, nie übernommen.
Das Unternehmen beanstandet die Verordnung vom 14. März 2025, mit der die Berechnungsmethode des Nutri-Score geändert wurde. Es kritisiert das System, weil es die tatsächlichen Portionsgrößen nicht berücksichtigt, gegenüber den europäischen Behörden nicht transparent ist und bestimmte Milchgetränke in eine Kategorie mit anderen Koeffizienten als feste Lebensmittel einordnet.
Der Staatsrat fragt den EuGH nun, ob ein Mitgliedstaat eine grafische Darstellung als Ergänzung zur obligatorischen Nährwertangabe empfehlen kann, selbst wenn diese keine separaten Angaben zu Energie oder Nährstoffen enthält. Er hinterfragt außerdem die Möglichkeit, ein vereinfachtes Format, wie beispielsweise einen Buchstaben- oder Farbcode, zu verwenden und weitere Nährwertinformationen hinzuzufügen.
Lactalis bestätigt, dass das Verfahren auf europäischer Ebene weiterläuft.
Laut der französischen Lebensmittelbeobachtungsstelle (Oqali) sinkt der Nutri-Score erstmals: Der Umsatzanteil der Produkte, die ihn ausweisen, fiel von 64 % in den Jahren 2023-2024 auf 63 % im Jahr 2025, was auf den Rückzug bestimmter nationaler Marken zurückzuführen ist.
Pascal Lemontel
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